Mein Finale – Sew Along Herbstzeit

Hallo,

für mich die Sensation schlecht hin,  zum 1. Mal schreibe ich einen Blogbeitrag im Zug. Bin ich im modernen Zeitalter angekommen? Vermutlich nicht. Zumal es bestimmt andere technische Mittel gibt, als mit dem gefühlt kleinsten Handy überhaupt online zu sein ☺

Seit wann hat die DB eigentlich WLan? Ohje, Stadtkind, das auf’s Land gezogen ist und die Welt kennen lernt. Lassen wir das lieber und kommen endlich zu meinem Finale vom Sew Along Herbstzeit. Gestern bin ich tatsächlich auf dem Sofa eingeschlafen. Ich denke, wir packen den Sonntag einfach ad acta 😉

Von meinem Nähplan habe ich erschreckender weise nur ein Projekt geschafft. Die Softshelljacke Philippa von Farbenmix hat frecherweise doch mehr Zeit in Anspruch genommen. Sei es drum. Zwischen drinnen bin ich verzweifelt. Also um das klar zustellen: Ohne dieses Sew Along hätte ich definitiv nicht durchgehalten. Insofern hat sich der Aufwand gelohnt! Auch weil der Schnitt Madame eben steht. Entschieden habe ich mich für die bewährte Variante in lang. Als Aufhängung für den Kleiderhaken dient einfach ein Stück Webband-Handmade-Etikett aus der eigenen Fundgrube. Und in die (meiner Meinung nach) Wiener Nähte wurde reflektierendes Paspelband eingearbeitet. Ein Geflutsche unter der Maschine, der sich allein für die Sicherheit der Lütten absolut gelohnt hat. An diesen Nähten wurde nicht beidseitig abgesteppt. Hier liegt die komplette Nahtzugabe in der zur Paspel entgegen gesetzten Richtung und muss dadurch eben nur einmal fixiert werden. Das Paspelband reflektiert super gut! Selbst unter Nählicht, je nach Blickwinkel. Das störte etwas, aber eine Brillenträgerin kennt keinen Schmerz 😅

Oh was, ich muss erstmal aussteigen. Offenbar kann ich mit der modernen Welt noch nicht umgehen und brauche unnötig viel Zeit beim Tippen. Macht aber nichts, denn die Fotos müssen definitiv zu hause eingearbeitet werden.

Bis später!

So, nun habe ich das Kind bespasst und mir zum Feierabend mal das Notebook auf die Terasse geholt. Unbedingt müssen die letzten halbwegs warmen Stunden an der frischen Luft ausgenutzt werden. Also, wo war ich? Ach ja, die Paspel. Ich würde sagen, diese Herausforderung ist mir geglückt. Das hört dabei aber nicht auf. So habe ich von Farbenmix auch noch zusätzlich eine Videoanleitung entdeckt, in der sogenannte innenliegende Bündchen vorgestellt werden. Bei der ersten Version damals in der Größe 98/104 hatte ich so einen vermeintlichen Schnick Schnack nicht genäht und es doch bitter bereut. Denn wie jetzt auch wieder in der neuen Version in der Größe 122/128 ist die Jacke anfangs einiges zu groß. Und die Ärmel ohne Bündchen damit nicht wirklich windgeschützt. Das gefällt mir diesmal mit den Bündchen um einiges besser. Natürlich sind die Ärmel jetzt auch wieder zu lang. Auch bei Kindern ist jeder Körperbau anders. Selbstredend habe ich diesmal die Ärmel schon etwas gekürzt. Doch bei einer Doppelgröße finde ich es nicht wirklich klug die Ärmel komplett auf die aktuelle Länge zu kürzen. Nützt mir vom Arbeitsaufwand nichts, wenn sie sonst überall passt, aber an den Ärmeln in zwei Wochen zu kurz ist. Auch beim Nähen berücksichtige ich gerne eine Kosten-Nutzen-Berechnung. Nur heißt sie da eben Nähaufwand-Nutzen-Abwägung 😉

Unserer Erfahrung nach sollte die Jacke wieder gute zwei Jahre passen. Ich bin gespannt und freue mich bereits jetzt schon sehr. Immerhin kam ein Schnitt erneut zum Einsatz und die unlängst geplanten Stoffreste sind nun verbraucht. Außerdem ist die Lütte so glücklich und zufrieden mit ihrer neuen Tobejacke. Da durfte ich nachträglich sogar mein Logo-Etikett auch mit rauf machen. Stolz wie Bolle eine weitere Freude für mich!

 

Und pscht, vielleicht hat es ja jemand entdeckt, mir sind einige Nähte nicht wirklich gerade geglückt. So auch ausgerechnet am doch schön geschlossenen Halsausschnitt rechts neben dem Reißverschluss. Kurze Überlegung, ob mich das wirklich stört. Nachdem ein lautes “Ja!” dabei heraus gekommen ist, schnell ein Webband-Stück rauf genäht. Fertig. Ich wette mit Dir, dass es niemandem aufgefallen wäre ohne diesen Hinweis. Die schlechten Nähte dadrunter allerdings schon. Übrigens ging es mir auch mit den Nähten an der Kapuze ähnlich. Dort habe ich Dusel die Nahtzugabe ebenfalls einseitig weggelegt. Als Konsequenz gab es eine mega dicke Wulste beim einmaligen Absteppen. Nun, die Anleitung schreibt nicht umsonst vor, die Nahtzugaben auf beide Seiten zu legen und jeweils links und rechts abzusteppen. Es wird nur so eindeutig nicht dick an den Nähten. Erfahrung macht klug. Sturheit sorgt für kreative Lösungen. Auftrennen ist bei Softshell eher nicht die Lösung. Die Löcher bleiben ja vorhanden. Also fix noch ein halbwegs passendes Band gesucht und bei den Bändern von Anni fündig geworden. Wie gut, dass sie aussortiert hat. Eins ist hiermit endlich verarbeitet. Falls Du Dich fragst, warum dort keine reflektierende Paspel vernäht wurde. Madame trägt eher selten eine Kapuze. Weshalb es auch nicht schlimm ist, dass die Menge dafür nicht gereicht hätte.

 

Im Moment fällt mir nicht ein, was für ein Nähabenteuer noch dabei war. Achja, doch, die Taschen! Joa mei, die forderten zwei Nähabende. Reißverschluss und Softshell nebst Paspel. Auch nicht meins. Ich glaube, mehr Worte bedarf es nicht. Kind wollte welche. Kind hat jetzt welche. Mehr zählt nicht und wird schnell wieder vergessen 😅

Ich hoffe, Du hast Dich jetzt nicht gelangweilt mit diesem langen Beitrag. Ich hätte sicherlich auch einfach ein: “Hör bloß auf, hier sind die Bilder, mehr ist nicht der Rede wert.” schreiben können. Mal ehrlich, viel zu langweilig. Und Nähen ist eben nicht nur ratzefatze, Freudentanz. Nein, Nähen fördert und fordert einen. Fördert mein Temperament zu Tage und fordert Geduld vom Ehemann (der diverse Flüche erträgt). Diesmal konnte ich nur sagen, er hätte ja nicht mit seinem Schreibtisch in mein Nähzimmer mit rein gemusst. Er hingegen hat mich an ein anderes Nähprojekt erinnert. Welches Freitag Nacht einfach dazwischen geschoben wurde. Jersey näht sich so toll und schnell! Aber dazu die Tage dann mehr.

Was bleibt ist für mich das Fazit: “Bevor Du Dein Näh-Hobby aufgibst, such Dir schnell ein beherrschbares Projekt und erfreue Dich am Ergebnis. Dann überleben Alle! Und das Miesepeter-Projekt führst Du in einer Nährunde zu Ende.” Erfolgreich erledigt, möchte ich meinen. Danke an den Druck durch Euch beim Sew Along 😘

In diesem Sinne, fleißiges Nähen und einen zauberhaften Start in den Herbst!

Herzliche Grüße
Deine und Eure Jenny

Verlinkt bei:
- Kiddikram#September
- MadeforGirls#3.Quartal
- Herbstzeit Sew Along Finale

 

4 Replies to “Mein Finale – Sew Along Herbstzeit”

  1. WOW!!! Jenny, wie großartig, dass du durchgehalten und all diese Mühen auf dich genommen hast. Die Jacke ist wunderwunderwunderschön geworden. Ich bin schockverliebt. ❤️
    Liebe Grüße
    Anni

  2. Das Endergebnis ist superschön geworden und ich mag diese Stoffkombination sehr gern (sogar in rosa). Ich finde es toll, dass du dich durchgefuchst hast und auch alles so erzählt hast … dann weiß ich was auf mich zukommt. Das Projekt Softshelljacke stünde hier noch an, Reflektorpaspel und Bündchen liegen bei … beim Schnitt bin ich noch unsicher (Hamburg und Lillesol habe ich, Quinn würde mich ansprechen. Taschen werde ich mir ersparen. Besonders beeindruckt mich an deiner Jacke auch die wirklich sehr tolle Passform! Ich hoffe ihr hab viel Freude an der Jacke und die Bilder sind super! LG Ingrid

  3. Liebe Jenny,
    die Jacke steht deiner kleinen wirklich gut und sie passt…. Kind glücklich – fertig. 😊 Es wird sicher noch ein nächstes Mal geben und dann wird alles besser. An Softshell traue ich mich ja noch nicht ran……

    Habt eine tolle Woche und ganz liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea ☺️

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